Monat: Juli 2010

McFitt-Boykott? Hilft das denn was?

Zwei Blogeinträge (im Lawblog und in „Sven’s kleiner Blog“ ) beschäftigen sich heute mit der Frage, ob man nun die Firma, die die LoveParade unter zumindest zwielichtigen Bedingungen organisiert hat, nun boykottieren soll oder nicht.

Hier sind zwei Fragen zu unterscheiden:

1.) Bringen Boykotts grundsätzlich etwas?
2.) Sind sie in diesem speziellen Fall angemessen

Zu 1.):

@Sven: Natürlich kann man mit einem Boykott nicht die Welt retten. Und es ist illusorisch, sich perfekt verhalten / konsumieren zu können.

Dennoch: Ich bin nicht bereit, mein Geld gerade jenen Firmen zu geben, die meinen, sich besonders gewissenlos verhalten zu können.

Oder wie die Spanier sagen: „Con algo hay que empezar“ (Mit irgendetwas muss man ja anfangen).

Deshalb kaufe ich nicht bei Schlecker, esse kein Nutella mehr, kaufe keine Produkte mit dem FSC-Holz-Umweltsiegel und tanke nicht mehr bei Aral (= BP).

Und ich werde auch meinen Vertrag bei McFit kündigen und andere ermutigen, das Selbe zu tun.

Erfahrungen zeigen, das ein Boykott besonders wirksam ist, wenn ein Thema gerade öffentliche Aufmerksamkeit genießt.

Ein klassisches Argument gegen einen Boykott ist, das es zuerst die Angestellten trifft (diese Karte wird auch hier von beiden o.g. Blogs gezogen).

In meinen Augen sind gewinnorientierte (Groß-)Unternehmen im Zweifel gewissenlose Monster, die über Leichen gehen: Die Mitarbeiter gehen solchen gewissenlosen Profithaien wie Schaller doch am Arsch vorbei und werden eh gefeuert, sobald sie denn entbehrlich sind.

Schaller dagegen schöpft die Profite ab. Soll ich ihm weiter Geld zuschanzen?

Zu 2.) Ja, es ist richtig, dass das die Untersuchung er Todesfälle noch andauert und noch kein endgültiges Urteil gefällt werden kann.

Dennoch habe ich mir eine Meinung gebildet (so serös wie möglich – kein Privat-TV und kein Boulevard) und auf Basis dieser Meinung handele ich im Augenblick.

Der rücksichtslose Egoismusmus der Beteiligten [Karriere (Polizei), Macht (CDU) und Profit (Schaller / McFit) ] hat die Katastrophe ermöglicht und nur wenn die Akteure jetzt genau dort hart / vernichtend getroffen werden, besteht Hoffnung, das sich eine solche Katastrophe so schnell nicht wiederholt.

Wenn sie aber jetzt davonkommen oder Konsequenzen durch jahrzehntelange Gerichtsprozesse verschleppen können, wird das dazu führen, das nichts daraus gelernt wird – denn solche Typen gehen über Leichen, wenn sie wissen, dass es sie nicht trifft.

Das gilt insbesondere für für den McFit Besitzer Schaller, der keine Zweifel zeigt und wahlweise die Opfer, die Politik oder die Polizei beschuldigt. So ein Arsch.

 

Bei ARD & ZDF sitzt Irans Diktatur in der ersten Reihe

Ist das schon die absolute CDU-Dominanz bei der Öffentlich-Rechtlichen?

Am 7.7. ist eine hochrangige Delegation der iranischen Radio- und Fernsehanstalt unter Leitung von Herrn Zarghami sowie den iranischen Botschafter Herr Attar zu einem offiziellen Besuch vom ZDF empfangen worden.

Herr Zarghami und seine Delegation sind offizielle Vertreter der iranischen Diktatur, die für Massaker, Verhaftungen, Folterungen, Hinrichtungen und Zensur im gesamten Iran veraantwortlich ist. Es ist kein Geheimnis und öffentlich bekannt, dass Herr Zarghami an Verhaftungen friedlicher Demonstranten beteiligt war. Ein großer Teil dieser Frauen und Männer sitzen noch immer in Haft.

Es stellt sich die Frage, wie das ZDF als öffentliche Fernsehanstalt solche Verbrecher in Empfang nehmen kann, die nachweislich ihre Hände mit Bluttaten im Iran beschmutzt haben?

Dagegen hat der AK ASYL Rheinland-Pfalz energisch protestiert:

„…protestiert der AK ASYL Rheinland-Pfalz gegen den gestrigen Besuch einer hochrangigen Delegation der iranischen Radio- und Fernsehanstalt beim ZDF. Verantwortliche von schweren Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht durch einen Empfang aufgewertet werden!“.

Währender der SWR versucht, den Bericht herunterzuspielen, nutzt der iranische Staat ihn aktiv für die Propaganda.

Inzwischen gibt es auch einen Protestaufruf.

VCD Städtecheck Verkehrssicherheit

VCD VerkehrscheckJedes Jahr nimmt die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen ab. Eine Erfolgsmeldung, die zwei wichtige Sachen ausblendet: Erstens verunglücken täglich immer noch viele Menschen auf unseren Straßen: 2009 durchschnittlich 1100 pro Tag. Zweitens sieht es in den Städten und Kommunen oft anders aus. Es gibt vor Ort kein einheitliches Bild.

Wie es in Ihrer Heimatstadt, in der Stadt, in der Sie arbeiten oder Freunde besuchen, aussieht, das sagt Ihnen der »VCD Städtecheck Verkehrssicherheit«