McFitt-Boykott? Hilft das denn was?

Zwei Blogeinträge (im Lawblog und in „Sven’s kleiner Blog“ ) beschäftigen sich heute mit der Frage, ob man nun die Firma, die die LoveParade unter zumindest zwielichtigen Bedingungen organisiert hat, nun boykottieren soll oder nicht.

Hier sind zwei Fragen zu unterscheiden:

1.) Bringen Boykotts grundsätzlich etwas?
2.) Sind sie in diesem speziellen Fall angemessen

Zu 1.):

@Sven: Natürlich kann man mit einem Boykott nicht die Welt retten. Und es ist illusorisch, sich perfekt verhalten / konsumieren zu können.

Dennoch: Ich bin nicht bereit, mein Geld gerade jenen Firmen zu geben, die meinen, sich besonders gewissenlos verhalten zu können.

Oder wie die Spanier sagen: „Con algo hay que empezar“ (Mit irgendetwas muss man ja anfangen).

Deshalb kaufe ich nicht bei Schlecker, esse kein Nutella mehr, kaufe keine Produkte mit dem FSC-Holz-Umweltsiegel und tanke nicht mehr bei Aral (= BP).

Und ich werde auch meinen Vertrag bei McFit kündigen und andere ermutigen, das Selbe zu tun.

Erfahrungen zeigen, das ein Boykott besonders wirksam ist, wenn ein Thema gerade öffentliche Aufmerksamkeit genießt.

Ein klassisches Argument gegen einen Boykott ist, das es zuerst die Angestellten trifft (diese Karte wird auch hier von beiden o.g. Blogs gezogen).

In meinen Augen sind gewinnorientierte (Groß-)Unternehmen im Zweifel gewissenlose Monster, die über Leichen gehen: Die Mitarbeiter gehen solchen gewissenlosen Profithaien wie Schaller doch am Arsch vorbei und werden eh gefeuert, sobald sie denn entbehrlich sind.

Schaller dagegen schöpft die Profite ab. Soll ich ihm weiter Geld zuschanzen?

Zu 2.) Ja, es ist richtig, dass das die Untersuchung er Todesfälle noch andauert und noch kein endgültiges Urteil gefällt werden kann.

Dennoch habe ich mir eine Meinung gebildet (so serös wie möglich – kein Privat-TV und kein Boulevard) und auf Basis dieser Meinung handele ich im Augenblick.

Der rücksichtslose Egoismusmus der Beteiligten [Karriere (Polizei), Macht (CDU) und Profit (Schaller / McFit) ] hat die Katastrophe ermöglicht und nur wenn die Akteure jetzt genau dort hart / vernichtend getroffen werden, besteht Hoffnung, das sich eine solche Katastrophe so schnell nicht wiederholt.

Wenn sie aber jetzt davonkommen oder Konsequenzen durch jahrzehntelange Gerichtsprozesse verschleppen können, wird das dazu führen, das nichts daraus gelernt wird – denn solche Typen gehen über Leichen, wenn sie wissen, dass es sie nicht trifft.

Das gilt insbesondere für für den McFit Besitzer Schaller, der keine Zweifel zeigt und wahlweise die Opfer, die Politik oder die Polizei beschuldigt. So ein Arsch.

 

Ein Gedanke zu “McFitt-Boykott? Hilft das denn was?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s