Anti-Atom-Jahr 2010: Wo stehen wir?

120 Kilometer Menschenkette, „Atomalarm“-Aktionen vor 60 Abgeordnetenbüros, 100.000 Menschen, die das Regierungsviertel mit einer Großdemonstration fluten, die kraftvollen Proteste gegen den Castor-Transport: 2010 war ein Jahr der Auseinandersetzung um die Atomkraft.

Schauen Sie sich den Campact-Jahresrückblick im Video an…

Auf den ersten Blick haben wir die Auseinandersetzung um die Atomkraft verloren. Nach anfänglichem Zögern hat die Regierung ihren Atom-Deal mit den Konzernen knallhart durchgeboxt. Doch wir haben trotzdem viel erreicht!

Als Teil ihres Energiekonzepts wollte die Regierung längere AKW-Laufzeiten als wissenschaftlich fundiert erscheinen lassen. Doch mit unseren bildstarken Aktionen haben wir den wahren Inhalt hinter dieser Verpackung in Erscheinung treten lassen. Der Atom-Deal wurde zum Symbol schwarz-gelber Klientelpolitik – im Superwahljahr 2011 wird sie dafür die Quittung erhalten. Zudem stehen die Chancen gut, dass die Verfassungsrichter in Karlsruhe das Atomgesetz kassieren: Konfrontiert mit den massiven Protesten wollte die Regierung das unpopuläre Thema möglichst schnell vom Tisch haben – und hat das Atomgesetz verfassungswidrig am Bundesrat vorbei manövriert.

Die Anti-Atom-Bewegung steht nach diesem Protestjahr so kraftvoll und breit in der Gesellschaft verankert da wie noch nie. Damit sind wir bestens gerüstet, die Auseinandersetzung jetzt an die einzelnen Kraftwerke zu tragen – und haben sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Baden-Württemberg gute Chancen, 2011 gemeinsam Meiler für Meiler vom Netz zu bekommen.

In Schleswig-Holstein wollen die Atomkonzerne Vattenfall und Eon den Pannenreaktor Krümmel nach über drei Jahren Stillstand wieder anlaufen lassen. Doch die schwarz-gelbe Landesregierung ist in der Atompolitik gespalten und der zuständige Minister Schmalfuß würde das AKW am liebsten ganz dicht machen. Mit einem Online-Appell, Großplakatwänden und Aktionen bei öffentlichen Auftritten des Ministers werden wir ihn unter Druck setzen.

In Baden-Württemberg kann eine neue Landesregierung nach der Landtagswahl im März den Betrieb der vier Reaktoren im „Ländle“ mit höchsten Sicherheitsanforderungen unrentabel machen. Zwei Wochen vor der Wahl organisieren wir als Teil eines breiten Bündnisses eine 40 Kilometer lange Menschenkette vom AKW Neckarwestheim bis nach Stuttgart.

Siehe auch:

RWE Hauptversammlung im April – wer geht hin?

Tritt deinem Atomstrom-Anbieter in den Arsch und sag es mir

Anti-AKW-Bilder für eure Blogs

 

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