Gutfried tritt vom Schweinefleisch zurück

Der Gutfried Konzern ist angesichts massiver Verbraucherproteste eingeknickt und wird zukünfitig seine „Puten Cervelatwurst“ nicht mehr mit 50% SChweinefleisch panschen.

Gutfrieds Geflügelschwein hat fast 10.000 Verbraucher auf den Plan gerufen. So viele beschwerten sich über die E-Mail-Aktion auf abgespeist.de beim  „Geflügelwurst-Spezialisten Nummer Eins“ (Gutfried über Gutfried) über dessen angebliche „Puten Cervelatwurst“. Die bestand etwa zur Hälfte aus Schweinefleisch – was freilich nur im Kleingedruckten auf der Rückseite zu erkennen war, während es die Pute  gleich doppelt und dreifach und in großen Buchstaben auf die Vorderseite der Verpackung geschafft hatte.

Im Dezember 2010 erst hatte foodwatch diese Mogelpackung kritisiert (Direkte Aktion hat dabei aktiv unterstützt). Und schon hat Gutfried reagiert und im wahrsten Sinne des Wortes die Sau rausgelassen: Die Putenwurst kommt jetzt ohne Schweinefleisch daher.

Die Rezepturänderung versucht das Unternehmen als Ergebnis des „direkten Drahts“ zum Kunden zu verkaufen. „Verbraucher schätzen wechselseitige Information und Austausch“ behauptet der „Geflügelwurst-Spezialist“ in sinnfreiem PR-Sprech. So kann man sich auch massive Verbraucherproteste schön reden.

Klar ist: Ohne die vielen tausend Beschwerdemails wäre das Schwein im Federkleid wahrscheinlich noch eine Weile durch die Supermarkt-Regale stolziert. Die erste Reaktion des Herstellers klang nämlich noch ganz anders: Auf das Schweinefleisch „möchten und können wir aus geschmacklichen und optischen Gründen“ nicht verzichten, richtete Gutfried damals aus. Das scheint sich nach den vielen tausend Beschwerdemails plötzlich geändert zu haben. So ein Zufall. Oder anders formuliert: Schwein gehabt!

Auch wenn die neue, angeblich „verfeinerte“ Rezeptur (neuerdings sorgen 16 Gramm „Pflanzenfett“  für ein bisschen Wurst-Feeling) nichts über die Qualität der nunmehr schweinelosen Wurst aussagt: Das Beispiel Gutfried zeigt, dass die Lebensmittelindustrie massive Verbraucherproteste gegen ihre legalen Betrügereien nicht ignorieren kann.

Siehe auch: Weitere Artikel in der Kategorie „Lebensmittel„, zum Beispiel:

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