Christen & Gewalt

Wenn es diesen Jesus Christus gegeben hat und uns seine Worte & Taten halbwegs richtig überliefert (schließlich wurden sie erst viele, viele Jahre später aufgeschrieben und durch die Kirche anschließend auch noch massiv editiert) sind, denn hat er (so im Durchschnitt) schon ein ziemlich gutes Programm gehabt:

– Hilfe für die Ärmsten und Ausgestoßenen
– Verachtung für die Reichen
– Keine Bündnisse mit den Mächtigen
– Anti-Kommerz
– Vergebung und Neuanfang für die schlimmsten Übeltäter und Verbrecher
– Feindesliebe
– Gewaltlosigkeit

Das ist schon ziemlich cool. Und dann noch in seiner Zeit, als Pazifismus, Ghandi, Grüne und so noch überhaupt nicht en vouge waren und Diktaturen und marodierende Imperialistenheere angesagt waren.

Das ist jedenfalls das, was man in der Bibel liest. Wenn man sich jedoch heute die Christen – die sich immerhin nach ihm benennen – so ansieht, muss man feststellen, das es da vier Gruppen gibt:

– Eine ganz, ganz kleine Gruppe von Christen, die das sehr ernst nehmen und sich nach besten Kräften bemühen, so zu leben.
– Eine ganz, ganz große Gruppe von Christen, die das für schöne, anstrebenswerte Ideale aber halten, aber ansonsten gleichgültig-pragmatisch bis Raubtierhaft durchs Leben taumeln.
– Eine Gruppe von Berufs-Christen, die brav die Texte vorlesen, aber ansonsten alles vermeiden, was die ganz, ganz große Gruppe der Kirchensteuerzahler verärgern könnte und daran sehr gut verdienen.
– Eine scheinbar nicht kleine Gruppe von Menschen, denen völlig egal zu sein scheint, was ihre Religion sagt und mit brutalster Gewalt gegen andere Mensche vorgehen.

Dazu gehören die Menschen in Nord-Irland, die sich noch immer gegenseitig umbringen wollen, weil die jeweils anderen in der falschen Abteilung des gleichen Glaubens unterwegs sind.

Dazu gehört ein Andres Breivic, der in Norwegen über 70 Menschen tötet und sich als christlicher Kreuzritter sieht.

Dazu gehört auch der 24-jährige Chemiestudent, der nach Ermittlungen der Polizei in Madrid einen Giftgas-Anschlag auf Papstgegner geplante und in rechten christlichen Gruppen (weitgehend unwidersprochen) um Unterstützung für seine Pläne geworben hatte.

Das ist nicht überraschend, denn Fanatiker gibt es überall, wo Menschen sich einem Glauben (oder einer Ideologie) verschreiben. Dennoch muss man unbedingt betonen: Diese Menschen sind keinen Deut besser als als die Al-Quaida Anhänger. Sie sind Fanatiker, die Hass sähen und Tod bringen. Und die christliche Religion bringt solche Fanatiker genauso hervor wie der Islam oder andere Religionen. Sie kann für sich nicht in Anspruch nehmen, in irgend einer Form „besser“ zu sein.

Im Gegenteil: Wenn die Kirchenführer dazu schweigen (oder nur ganz, ganz leise was veröffentlichen), statt laut und vernehmlich und vor allem gegenüber den richtigen Leuten Stellung zu beziehen und Gewalt als nicht vereinbar mit ihrem Glauben brandmarken, dann machen sie sich mitschuldig. Denn die Gewalttäter berufen sich auf die Botschaften, die die Kirchen verbreiten.

Wo sind jetzt die christlichen Politiker, die nach islamistischen Terroranschlägen immer sofort die islamischen Geistlichen zur Distanzierung auffordern – oder gleich die Moscheen schließen wollen?

Und es geht noch schlimmer: Der Sprecher der spanischen Bischofskonferenz, Juan Antonio Martínez Camino, hat die gegen den Pabstbesuch in Spanien protestierenden Jugendlichen „Parasiten“ genannt – und keiner seiner Glaubensbrüder hat im widersprochen!!!!!!

Ich muss wohl nicht darstellen, was das übliche Vorgehen gegen Parasiten in Spanien ist, oder? Wer so redet, der schürt Hass, der emotionalisiert, der bereitet Gewalt vor, der mach sich mitschuldig.

Und das hat mit dem, was ich Eingangs zu diesem Jesus Christius sagte, nun überhaupt nichst mehr zu tun. Wie die „christliche“ Kirche.

 


Siehe auch:

England: Amateure am Werk

Springer hetzt jetzt auch gegen Piraten

taz verpixelt jetzt Werbung auf Sportfotos

Hartz.Streichung: 2 Tote

 

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