Polizei Bochum lässt Kindervergewaltiger mit Bewährungsstrafe davonkommen

Man mit KindIch habe es gestern in der Printausgabe der Frankfurter Rundschau gelesen und habe mich noch nicht beruhigt. Zum Glück habe ich den Artikel heute online gefunden, sodass ich ihn mit euch teilen kann.

Hier kurz die Fakten:

Ein Pädophiler vergeht sich – wohl über Monate – an mehreren Kindern eines privaten Kindergartens und droht den Kindern – mit „Drachen“ und dem Tod der Mutter, für den Fall das sie ihn verraten.

Als sich erst eines der Kinder, und dann nach und nach auch die anderen Kinder ihren Eltern anvertrauen, wird der Fall der dem Bochumer Fachkomissariat für Sexualdelikte (KK12) übergeben.

Der Täter erspart der Polizei lästige Ermittlungen, indem er sich in einem Fall der Vergewaltigung selbst anzeigt (und die anderen verharmlosend als „Distanzlosigkeiten“ bezeichnet).

Schlimm und man sollte meinen, schlimm genug. Aber jetzt fängt der Skandal erst richtig an.

Die Ermittlungen werden einem Polizisten zugeteilt, der erst seit kurzem beim sog. Fachkomissariat ist (und vorher in der Pressestelle der Polizei arbeitete).

Ein Hausdurchsuchung beim Täter wird über Wochen hinausgezögert, obwohl der Verdacht besteht, dass der Täter die Kinder auch mit seinem Handy fotografiert hat und obwohl mindestens eine weitere Personen ZUgang zur Wohnung hat. Als sie dann endlich stattfindet, wird natürlich nichts mehr gefunden.

Die (leider notwendige) Befragung der Kinder wird in dafür ungeeigneten Räumen, durch ungeeignetes Personal und unter Ausschluss der Eltern durchgeführt. Unter diesen einschüchternden Bedingungen wiederholt nur ein einziges (etwas älteres) Kind seine Beschuldigungen – alle anderen schweigen – widerrufen jedoch auch nicht. Übrigens: Auch das Kind, dessen Vergewaltigung der Täter längst zugegeben hat, schweigt.

Dem Verdacht, ein auch weiteres Mädchen, das durch einen Umzug nicht mehr im Kindergarten ist, sei vergewaltigt worden, wird gar erst nicht nachgegangen.

Auf einer „Informationsveranstaltung“ der Leiterin des KK12 erfahren die entsetzten Eltern, dass das Ermittlungsverfahren ihren Kindern schaden könnte und es wird ihnen geraten, die Anzeige zurückzuziehen. „Mehrere Eltern erinnern sich zudem an eine Aussage der KK12 Leiterin, wonach sie im bevorstehenden Prozess ohnehin ‚keine Chance‘ hätten,“ schreibt die FR.

In einem Gespräch sagt der leitende Bochumer Kriminaldirektor zu den Eltern über den Täter: „So ein schlechter Mensch scheint er ja nicht zu sein.“ – daran erinnern sich gegenüber der FR mehrere Eltern unabhängig voneinander. Im „Protokoll“ des Kriminaldirektors von dem Termin taucht diese Aussage natürlich nicht auf.

Die betroffen Kinder leiden heute noch an den Vergewaltigungen und gehen zur Therapie oder Beratungsstellen – eine Familie ist nach Spanien ausgewandert. Die Mutter sagt: „Hier ist er endlich wieder so, wie er mal war.“

Der Täter wird vermutlich heute zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – wegen einem minderschweren Fall von Missbrauch. Die Bochumer Polizei hat eine Verurteilung wegen schwerem sexuellem Missbrauch in unzähligen Fällen erfolgreich verhindert. Er wird danach auf freien Fuss kommen und wohnt dann wieder nur 7 Geh-Minuten vom Kindergarten entfernt.

Das war nur eine kurze Zusammenfassung, bitte den FR Artikel in vollem Umfang dort nachlesen:
http://www.fr-online.de/panorama/du-sollst-nicht-luegen/-/1472782/9604818/-/index.html (mehr schlimme Details!).

Was man tun kann: Quelle: FR Dem Ermittlungsbeamten selbst ist wohl lediglich der Vorwurf der Inkompetenz zu machen. Er hätte den Fall ohne ausreichendes Fachwissen nicht annehmen dürfen.

Weitere Personen jedoch sind hier zu Komplizen des Täters geworden:

1.) Die Leiterin des KK12 dadurch, das sie einen nicht ausreichend vorbereiteten Ermittler auf den Fall angesetzt hat und dann zusätzlich dadurch, dass sie versucht hat, ihre Fehlentscheidung durch die Einschüchterung der Eltern zu vertuschen.

2.) Der leitenden Bochumer Kriminaldirektor, der aus persönlicher Sympathie mit dem Täter sowohl die Taten als auch die Ermittlungspannen verharmlost.

3.) Der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger (SPD), der die Polizei in Bochum weder mit geeigneten Räumlichkeiten (es gibt in Witten gar kein geeignetes Kindervernehmungszimmer), noch mit fachlich geeigneten Ermittlungsbeamten und Führungspersonal ausstattet. Aber sich intensiv mit politischen Scheingefechten für eine (nutzlose) Vorratsdatenspeicherung beschäftigt.

Alle drei sollten dringend zurücktreten, bevor sie noch mehr Schaden anrichten.

Bitte helft, diese Botschaft weiterzutragen. Schreibt an die Parteien, Zeitungen und Freunde und Verwandte in NRW. Blogt selbst dazu oder gebt diesen Link weiter! Das ist das einzige was wir für diese (und andere) Kinder tun können.

Das das Versagen von Polizei und Politik keineswegs ein Einzelfall ist, zeigen andere Berichte. Zum Beispiel:

„Die Täter reiben sich die Hände“
Vor einem Jahr machte die Frankfurter Rundschau den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule bundesweit bekannt. Jürgen Dehmers, so sein Pseudonym, war eines der Opfer. Er hoffte, endlich Genugtuung für sein Leid zu bekommen. Er hat sich getäuscht. Seine bittere Bilanz.
http://www.fr-online.de/panorama/-die-taeter-reiben–sich-die-haende-/-/1472782/7742072/-/index.html

Sachsen Sumpf: CDU-Schneider nennt Pädophilen-Opfer „unglaubwürdig“
Vor dem Untersuchungsausschuss des sächsichen Landtags hat ein Pädophilen-Opfer ausgesagt, das es sich bei zahlreichen Kunden des Kinderbordells „Jasmin“ um bekannte Leipziger Persöhnlichkeiten gehandelt habe.
http://direkteaktion.over-blog.de/article-30800629.html

Siehe auch:

England: Amateure am Werk

Springer hetzt jetzt auch gegen Piraten

taz verpixelt jetzt Werbung auf Sportfotos

Hartz.Streichung: 2 Tote

 

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2 Gedanken zu “Polizei Bochum lässt Kindervergewaltiger mit Bewährungsstrafe davonkommen

  1. Vorsicht mit den Begrifflichkeiten!
    Hier steht was von einem Pädophilen, was allerdings weder dem FR-Artikel zu entnehmen, noch zwangsläufig ist. Da muss ganz klar unterschieden werden zwischen Pädophilie und Missbrauch.
    Pädophile einerseits sind krank, da sie mit einer sexuellen Präferenz leben müssen, deren Objekte absolut tabu sind. Sie werden nur selten zu Tätern, auch weil ein Missbrauch das Idealbild vom reinen vorpubertären Körper zerstören würde.
    Täter andererseits sind selten pädophil, sondern meistens sexuell auf Jugendliche und Erwachsene ausgerichtet. Sie nutzen oft einfach nur Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse aus. Für Täter ist das Alter des Opfers eher nebensächlich, es muss nur zu eingeschüchtert sein, um sie zu verraten.

    ps: Geschlechtsspezifisch klingende Bezeichnungen in diesem Kommentar beziehen sich explizit auf alle Geschlechter.

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  2. Wenn das so ist wie mein Vorredner sagt… Ich weiss ja nicht. Wenn der Kopf schon kaputt ist, kann man auch was dagegen unternehmen. Und wenn sie nur selten zu Tätern werden, ist es schon zuviel

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