Monat: August 2011

Zivilgesellschaft 4, Nazis 0

Am gestrigen Samstag, 6.8.2011, hatten Nazis gleich an vier Orten in Deutschland Aufmärsche und Werbeaktionen geplant:

– Hier in Berlin hatte die NPD für eine Plakataktion zur Abgeordnetenhauswahl Anhänger & Schläger aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Tschechien herangekarrt.

– In Gera war Europas größtes Nazifest geplant

– In Bad Nenndorf wollten die Nazis vor dem Wincklerbad einen sogenannten „Trauermarsch“ veranstalten

– In Bielefeld hatten sich die Nazis ein lokales, alternatives Jugendzentrum als Ziel ausgesucht

Wie es – nach ersten Berichten – scheint, haben die Nazis ihre Aktionen nirgends ungestört und unwidersprochen durchführen können, einiges konnte verhindert werden, Nazis mußten zum Teil deutlich früher als geplant abreisen und niemand wurde verletzt.

Das ist ein großer Erfolg für die Veranstalter der jeweiligen Aktionen, hat den Nazi-Terror in seine Schranken gewiesen und dürfte den Rechtsradikaten weiter den Spass an solchen Aktivitäten verdorben haben.

Hier ein paar Impressionen:

Bielefeld:

Nazis Bielefeld

Bielefeld Nazis

Bad Nenndorf:

YouTube Video 1

YouTube Video 2

siehe auch: http://twitter.com/bad_nenndorf


Gera:

siehe http://twitter.com/gera_nazifrei

Ein persönlicher Eindruck Als die Demokratie Gera verliess

Berlin:

siehe http://de.indymedia.org/2011/08/313410.shtml

Das ist aber kein Grund, selbstzufrieden zu sein: Erfolgreich gegen Nazis und doch noch zu wenig erreicht….

Mailingliste die über Nazi-Aktivitäten in Deutschland berichtet und Ort und Zeit von Protesten und Gegenaktivitäten, sowie Web-Seiten mit weiterführenden Infos bekannt gibt: aktiv_gegen_nazis@lists.riseup.net ( einfach klicken & abonnieren)

Wenn du nicht nur gegen Nazis was tun willst: Abonniere doch unseren Direkte Aktion Newsletter.


 

„Naziaufmärsche verhindern, ist wie Müll raus bringen – irgendwer muss die Scheiße ja machen!“

 

Siehe auch:

Nazis in Sachsen: Sprengstoff mit Steuergeldern gekauft?

Müssen Demos gegen Nazis wirklich sein? Kann man die nich einfach mal wegignorieren?

Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“


Sowie weitere Artikel in der Kategorie Nazi-Aktivitäten, zum Beispiel:

6. August: Nazi-Aufmärsche in Bielefeld und Bad Nenndorf verhindern!

Berlin 3.8.: Solidarität mit den Opfern von Oslo und Utøya!

Facebook wirbt für die NPD

Flattr finanziert die Nazis

Yes, its Fremdenfeindlichkeit

Piratenvideo: Der alltägliche Rassismus (in Deutschland)

Geithain – Nazi-Stadt!

Happy Birthday Farrokh Bulsara!

Mit Uwe Seeler gegen Nazis

nazis sind wie staub….

8. Mai: Feiern wir den Sieg über das Böse!

Kritische Anmerkungen zum 13.2.

Ein Faschist, der nichts ist, als ein Faschist …

Mein, dein, unser… täglicher Rassismus

 

 

 

 

Ausverkauf! Börsen stürzen ab!

Spiegel Titelblatt 2011

Oh no, not again – würden die Petunien aus Douglas Adams Kult-Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ sagen.

Der Titel dieses Beitrags stammt aus dem Handelsblatt von heute (5.8.2011), aber er könnte auch aus jedem anderen Jahr stammen. Der Vergangenheit und der Zukunft. Denn wenn sich etwas am weltweiten Wirtschaftssystem („Kapitalismus“) als beständig erweist, dann seine Krisen.

Und es wäre ja lustig, wenn jedes Mal einfach nur die Spieler an der Börse ihr Geld verlören. Doch leider wirken sie die Krisen jedes Mal auch auf jene Menschen aus, die selbst grundsolide arbeiten und wirtschaften und lediglich um ihr Überleben kämpfen.

In den reichen Ländern verlieren Menschen ihren Job, ihr Haus, ihre Beziehungen zerbrechen, Obdachlosikeit, Ängste, Verzweifelung und Drogenkonsum nehmen zu.

Hunger & KapitalismusIn den ärmeren Ländern verhungern die Kinder.

Man muss nicht Kommunist sein, um das unerträglich zu finden. Doch die internationalen Konzerne verkaufen uns das (über von ihnen bezahlte Politiker) als unvermeidlich. Warum wohl? Und warum glauben wir ihnen das?

Wer was ändern will, kann hier anfangen:

Michael Moores Film „Kapitalismus. Eine Liebesgeschichte“ ist ein guter (und gut gemachter) Einstieg in die Kritik (aber längst nicht ausreichend). Trotzdem weiterempfehlen (gibts auch als Video!).

Zum Weiterlesen:

– Pestalozzi, Hans A.: „Auf die Bäume ihr Affen

– Chomsky, Noam: „Profit over People. Neoliberalismus und globale Weltordnung

– Altvater, Elmar: „Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen: Eine radikale Kapitalismuskritik

– Canterbery, Ray E.: „The Making of Economics“ (richtig krasser Stoff  für die harten Jungs und Mädels unter euch – aber absolut lesenswert. Es gibt, glaube ich, keine bessere Darstellung der Entwicklung der Wirtschaftstheorien in Konkurrenz zueinander.)

Und natürlich bestellt ihr Bücher & Videos bei eurem lokalen Buchändler, nicht online und schon gar nicht bei dem Konzern, der Wikileaks rausgeworfen hat.

Weiterer Ansätze der Kapitalismus-Kritik: http://www.alternativen-zum-kapitalismus.de

Sehr sehenswert: „Wie funktioniert unser Geldsystem  – Quarks (Teil 1 von 5)

Attac LogoAber nicht beim Informieren / Konsumieren aufhören, sondern aktiv werden. Sonst ergeht es euch früher oder später wie den Petunien bei Douglas Adams. Ein paar Ideen wie:

http://www.attac.de/

http://www.solidarische-moderne.de/

http://linke.de

http://www.fau.de

Wird weiter ergänzt.

Wenn noch nix passendes für euch dabei war, aboniert den Direkte Aktion – Newsletter, der zeigt regelmäßig Möglichkeiten zum Aktiv werden und zur Vernetzung mit anderen auf:

https://lists.riseup.net/www/info/direkteaktion

 

Siehe auch:

Weitere Artikel in der Kategorie Wirtschaft, zum Beispiel:

Diese Unternehmen unterstützen die US-Regierung im Kampf gegen Wikileaks

Subventionen finanzieren Parteien?

Aufruf für eine Financial Watch – Die Finanzmarktlobby braucht eine zivile Gegenmacht

MwSt: Hundefutter, Trüffel & Hotel 7%, aber Babynahrung 19%

Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)

Corporate Ölpest

Attac lädt zum Banken-Tribunal

Internationalen Kampagne „Steuer gegen Armut“!

Hotelspendenskandal: Auch CSU ließ sich bestechen

Krisenhilfe erspendet? Der strenge Geruch der Korruption!


 

Gastkommentar: Meine Austrittserkärung bei den Grünen! – von Jules Jamal El-Khatib

Liebe Freundinnen und Freunde,

vor 2 Jahren bin ich den Grünen beigetreten, weil ich etwas verändern wollte. Die Grünen waren für mich eine Partei der sozialen Gerechtigkeit, eine der Friedens und eine Partei in der Versprechen mehr zählen als Machtgier!

Schon bei meinem Eintritt war mir bewusst, dass ich nicht alle grünen Positionen teilte. So war mir die Abrechnung mit den rot-grünen Regierungsjahren nicht konsequent genug und die Wende hin zu einer sozial/ökologischen Position nicht stark genug, aber der Wille mich in dieser Partei dafür einzusetzen, überzeugte mich ihr beizutreten!

In diesen 2 Jahren ist viel geschehen. Die Grünen im Saarland haben sich in eine Jamaikakoalition gestürzt und dabei ihre linken Ideale, so sie denn noch vorhanden waren, über Bord geworfen.

Eine Entscheidung, die mich entsetzte und zweifeln ließ, die mich aber überzeugte, mich noch stärker für die wirklich grünen Ideale einzusetzen.

In den letzten Monaten mehrten sich aber immer mehr Zweifel an der Politik der Grünen.

Als Pazifist hatte ich die Hoffnung gehabt, die Grünen würden sich verabschieden von diesem falschen Krieg in Afghanistan. Diese Hoffnung wurde enttäuscht, denn weniger als die Hälfte der Grünen Abgeordneten stimmten gegen diesen Krieg!

Als vor wenigen Monaten der Krieg in Libyen ausbrach, hatte ich von einer „pazifistischen Partei“ ein klares Nein zu dem Nato-Einsatz erwartet. Ein Nein zu einem neuen Krieg schien die einzig sinnvolle Entscheidung, stattdessen kritisierten die Grünen die Bundeskanzlerin und Westerwelle für ihre Enthaltung im Sicherheitsrat und sie kritisierten, dass Deutschland sich nicht an diesem Krieg beteiligte.

Gaddafi ist ein Mörder und ein Tyrann, aber in wie weit sind wir besser, wenn wir Tripolis bombardieren lassen und dort ebenfalls Menschen töten?

Diese Entscheidung und Kritik der Bundesgrünen konnte und wollte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, doch trotz allem hielt ich fest an der Partei, bis vor wenigen Wochen dann der letzte Funken Hoffnungen zerplatze.

Als die Grünen bei der Bundestagsdebatte zum Nahostkonflikt zeigten, wie viel ihnen tatsächlich am Frieden gelegen war!

Dort präsentierte ein andere Partei einen Antrag zur Anerkennung Palästinas und Israels, einen Antrag, der die Hoffnung auf Frieden in der Region gestärkt hatte. Statt Unterstützung für diesen Antrag stellten sich die Grünen auf die Seite der Ungewissheit. Eine Ungewissheit die Menschenleben kostet im Nahen Osten.

Eine positive Haltung zur Anerkennung Palästinas, ein Abzug aus Afghanistan oder die Ablehnung des Krieges in Libyen, einer dieser Punkte hätte gereicht, um mich zu überzeugen weiter in dieser Partei zu wirken.

Doch bei all diesen Punkten stellten sich die Grünen nicht konsequent auf die Seite des Friedens.

Es ist ein Abschied, der mir schwer fällt, doch ich kann keine Partei unterstützen, die Krieg fordert, statt ihn abzulehnen.

Die vielen lieben Menschen, die ich in der Partei kennengelernt habe, hoffe ich weiterhin sehen zu können, die Partei aber kann und möchte ich nicht mehr unterstützen.

Wenn eine Partei so sehr von ihren Idealen abkehrt, dann ist es Zeit zu überlegen, ob man wirklich noch etwas verändern kann oder sich eine neue politische Heimat sucht.

Ich wünsche all denen, die sich bei den Grünen für soziale Gerechtigkeit, eine konsequente Umweltpolitik und eine wirkliche pazifistische Außen- und Sicherheitspolitik einsetzen, viel Glück und Erfolg!

Solidarische Grüße,

Jules

Ps: Mein Austritt gilt ebenfalls für die Grüne Jugend!

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Jules betreibt das Blog Die Freiheitsliebe.de und engagiert sich für Gerechtigkeit, Friedenm und gegen Nazis.