Lauter Schrei nach Liebe?

Lauter Schrei nach Liebe?

Nach einer aktuellen Studie der Unversität Amherst (USA)* sind sogenannte Internet-Trolle 3,68mal Selbstmord-gefährdeter als andere Internet-Nutzer.
Dieses liege darin begründet, dass ein entsprechendes aggressives Verhalten oft dann entsteht, wenn eine Persönlichkeit mit starkem oder übersteigerten Selbstbewusstsein an einer depressiven Erkrankung leide. Die betroffenen Personen würden sich so verhalten, weil sie sich dadurch immer wieder quasi einen Energie-Schub verpassten , der das Versinken in Depressionen vermeide.
Diese Strategie sei jedoch lediglich ein Aufschub, letztlich aber keine Verhinderung. Die Betroffenen versänken früher oder später trotz allem in Depressionen und dann schiene vielen von ihnen (durchaus mit verursacht aufgrund der vielen Anfeindungen, die sie selbst provoziert haben) Selbstmord als letzter Ausweg.
Viele dieser „Trolle“ würden das Problem auch gar nicht erkennen, so die Forscher. Sie wären sich weder ihrer asozialen Rolle in den Internet-Foren bewusst, könnten sich oft an ihre eigenen Postings kurze Zeit später schon nicht mehr erinnern und würden schon gar nicht den zerstörerischen Mechanismus kennen, der sie zu diesem Verhalten treibt.
Wie kann man so gefährdete Menschen identifizieren?
Man erkennt sie daran, dass sie nicht nur wiederholt provokante Beiträge in Internet-Foren aller Art publizieren, sondern zusätzlich in der folgenden Diskussion möglichst wenig auf inhaltliche Reaktionen eingehen, sondern bevorzugt auf persönliche Kritik reagieren – dann gehen sie unverzüglich zum Gegenangriff über. Auch wenn alle Argumente ausgetauscht sind, versuchen sie – bevorzugt durch Beschimpfungen und persönliche Angriffe – die Kontroverse am kochen zu halten und vermeiden alles, was zur Deeskalation einer Situation führen könnte.
Ein weiteres Merkmal ist, das sie in Diskussionsforen, Mailinglisten und Gruppen auch dann bleiben, wenn sie von allen anderen Mitgliedern abgelehnt und angefeindet werden. Während ein gesunder Mensch sich grundsätzlich nach Gleichgesinnten sehnt und diese meist aktiv sucht und in einer solchen Situation einfach anderswo weiterdiskutieren würde, lieben sie solche „Ich–allein-gegen-alle“ Situationen, da sie ihnen den maximalen Kick bieten.

Was können wir tun?
Grundsätzlich sollte die Diskussion in öffentlichen Foren mit diesen Menschen vermieden werden. Auch auf die Richtigstellung völlig unsinniger Behauptungen und auf eine Reaktion auf Beleidigungen sollte man – aus Rücksicht auf diese armen kranken Menschen – vollständig verzichten. Denn – so die UMASS Forscher – je größer der Kick, desto schlimmer der Absturz und um so gefährlicher für die Betroffenen.
Aktiv helfen könne man ihnen am besten mit privaten Nachrichten, in denen man ihnen – über die inhaltlichen Differenzen hinweg – persönliche Sympathien, Freundschaft, persönliche Unterstützung und ähnliches zusichert und / oder andere freundliche Botschaften sendet. Nicht zu häufig, aber am besten in regemäßigen Abständen. Jeder Anklang von Ironie oder Mitleid solle dabei vermieden werden.
Freundliche allgemeine Nachfragen zum emotionalen Zustand / zur Gesundheit können ebenfalls gestellt werden (man möge aber beachten, dass sich die Betroffenen ihres Zustandes nicht bewusst seien und daher keine realistische Einschätzung als Antwort erwarten). Die Erwähnung von Selbstmord sei aber auf jeden Fall zu vermeiden, da dieses einen Gedanken daran im Unterbewusstsein verankern könne, der später zu eben dieser Aktion führt.
Man könne – soweit möglich – auch das persönliche Umfeld des Betroffenen über die Gefahr und die schwierige persönliche Situation des Betroffenen informieren. Dieses sei bei sozialen Netzen soweit möglich, wie der Betroffene diese Informationen preis gibt.

*Quelle: Aus der Print-Ausgabe des Rheinischen Merkur (Christ und Welt) , bisher kein Link auf Detail-Infos gefunden.

Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, dann abonniert doch unseren Newsletter.

 Oder folge uns auf Twitter unter @direkteaktion (viele Infos) und / oder @action_pur (nur Mitmach-Aktonen).

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s