Schlagwort: Kinder

An die Stork GmbH, Betr. Schokolade aus Kindersklaverei

Ich schrieb gerade an die Fimra Stork GmbH:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits vor einiger Zeit berichteten wir darüber, dass Schokolade überwiegend durch den Einsatz von Kindersklaverei hergestellt wird:
http://direkteaktion.over-blog.de/article-32135413.html

In der Folge haben wir vor allem den Branchen-Riesen Ferrero deshalb angegriffen und versucht, zu einem Einlenken zu bewegen.

Nun hat Ferrero sich scheinbar mit anderen Unternehmen der Branche zusammengeschlossen, um etwas gegen Kindersklaverei in der Schokoladenproduktion zu unternehmen:

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/archives/westafrika-acht-kakao-und-schokoladenfirmen-kampfen-gegen-kinderarbeit.html

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/agenturen-ticker/Acht-Kakao-und-Schokoladenfirmen-kaempfen-gegen-Kinderarbeit/story/24214283

Wir werden das aufmerksam und kritisch beobachten.

Leider haben wir ihr Unternehmen nicht auf der Liste der beteiligten Firmen gefunden.

Warum nicht? Tun sie inzwischen etwas gegen Kindersklaverei bei ihren Rohstoff-Produzenten? Wenn ja: Was?

Gespannt erwarten wir ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Benno Ohnesorg


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Polizei Bochum lässt Kindervergewaltiger mit Bewährungsstrafe davonkommen

Man mit KindIch habe es gestern in der Printausgabe der Frankfurter Rundschau gelesen und habe mich noch nicht beruhigt. Zum Glück habe ich den Artikel heute online gefunden, sodass ich ihn mit euch teilen kann.

Hier kurz die Fakten:

Ein Pädophiler vergeht sich – wohl über Monate – an mehreren Kindern eines privaten Kindergartens und droht den Kindern – mit „Drachen“ und dem Tod der Mutter, für den Fall das sie ihn verraten.

Als sich erst eines der Kinder, und dann nach und nach auch die anderen Kinder ihren Eltern anvertrauen, wird der Fall der dem Bochumer Fachkomissariat für Sexualdelikte (KK12) übergeben.

Der Täter erspart der Polizei lästige Ermittlungen, indem er sich in einem Fall der Vergewaltigung selbst anzeigt (und die anderen verharmlosend als „Distanzlosigkeiten“ bezeichnet).

Schlimm und man sollte meinen, schlimm genug. Aber jetzt fängt der Skandal erst richtig an.

Die Ermittlungen werden einem Polizisten zugeteilt, der erst seit kurzem beim sog. Fachkomissariat ist (und vorher in der Pressestelle der Polizei arbeitete).

Ein Hausdurchsuchung beim Täter wird über Wochen hinausgezögert, obwohl der Verdacht besteht, dass der Täter die Kinder auch mit seinem Handy fotografiert hat und obwohl mindestens eine weitere Personen ZUgang zur Wohnung hat. Als sie dann endlich stattfindet, wird natürlich nichts mehr gefunden.

Die (leider notwendige) Befragung der Kinder wird in dafür ungeeigneten Räumen, durch ungeeignetes Personal und unter Ausschluss der Eltern durchgeführt. Unter diesen einschüchternden Bedingungen wiederholt nur ein einziges (etwas älteres) Kind seine Beschuldigungen – alle anderen schweigen – widerrufen jedoch auch nicht. Übrigens: Auch das Kind, dessen Vergewaltigung der Täter längst zugegeben hat, schweigt.

Dem Verdacht, ein auch weiteres Mädchen, das durch einen Umzug nicht mehr im Kindergarten ist, sei vergewaltigt worden, wird gar erst nicht nachgegangen.

Auf einer „Informationsveranstaltung“ der Leiterin des KK12 erfahren die entsetzten Eltern, dass das Ermittlungsverfahren ihren Kindern schaden könnte und es wird ihnen geraten, die Anzeige zurückzuziehen. „Mehrere Eltern erinnern sich zudem an eine Aussage der KK12 Leiterin, wonach sie im bevorstehenden Prozess ohnehin ‚keine Chance‘ hätten,“ schreibt die FR.

In einem Gespräch sagt der leitende Bochumer Kriminaldirektor zu den Eltern über den Täter: „So ein schlechter Mensch scheint er ja nicht zu sein.“ – daran erinnern sich gegenüber der FR mehrere Eltern unabhängig voneinander. Im „Protokoll“ des Kriminaldirektors von dem Termin taucht diese Aussage natürlich nicht auf.

Die betroffen Kinder leiden heute noch an den Vergewaltigungen und gehen zur Therapie oder Beratungsstellen – eine Familie ist nach Spanien ausgewandert. Die Mutter sagt: „Hier ist er endlich wieder so, wie er mal war.“

Der Täter wird vermutlich heute zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – wegen einem minderschweren Fall von Missbrauch. Die Bochumer Polizei hat eine Verurteilung wegen schwerem sexuellem Missbrauch in unzähligen Fällen erfolgreich verhindert. Er wird danach auf freien Fuss kommen und wohnt dann wieder nur 7 Geh-Minuten vom Kindergarten entfernt.

Das war nur eine kurze Zusammenfassung, bitte den FR Artikel in vollem Umfang dort nachlesen:
http://www.fr-online.de/panorama/du-sollst-nicht-luegen/-/1472782/9604818/-/index.html (mehr schlimme Details!).

Was man tun kann: Quelle: FR Dem Ermittlungsbeamten selbst ist wohl lediglich der Vorwurf der Inkompetenz zu machen. Er hätte den Fall ohne ausreichendes Fachwissen nicht annehmen dürfen.

Weitere Personen jedoch sind hier zu Komplizen des Täters geworden:

1.) Die Leiterin des KK12 dadurch, das sie einen nicht ausreichend vorbereiteten Ermittler auf den Fall angesetzt hat und dann zusätzlich dadurch, dass sie versucht hat, ihre Fehlentscheidung durch die Einschüchterung der Eltern zu vertuschen.

2.) Der leitenden Bochumer Kriminaldirektor, der aus persönlicher Sympathie mit dem Täter sowohl die Taten als auch die Ermittlungspannen verharmlost.

3.) Der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger (SPD), der die Polizei in Bochum weder mit geeigneten Räumlichkeiten (es gibt in Witten gar kein geeignetes Kindervernehmungszimmer), noch mit fachlich geeigneten Ermittlungsbeamten und Führungspersonal ausstattet. Aber sich intensiv mit politischen Scheingefechten für eine (nutzlose) Vorratsdatenspeicherung beschäftigt.

Alle drei sollten dringend zurücktreten, bevor sie noch mehr Schaden anrichten.

Bitte helft, diese Botschaft weiterzutragen. Schreibt an die Parteien, Zeitungen und Freunde und Verwandte in NRW. Blogt selbst dazu oder gebt diesen Link weiter! Das ist das einzige was wir für diese (und andere) Kinder tun können.

Das das Versagen von Polizei und Politik keineswegs ein Einzelfall ist, zeigen andere Berichte. Zum Beispiel:

„Die Täter reiben sich die Hände“
Vor einem Jahr machte die Frankfurter Rundschau den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule bundesweit bekannt. Jürgen Dehmers, so sein Pseudonym, war eines der Opfer. Er hoffte, endlich Genugtuung für sein Leid zu bekommen. Er hat sich getäuscht. Seine bittere Bilanz.
http://www.fr-online.de/panorama/-die-taeter-reiben–sich-die-haende-/-/1472782/7742072/-/index.html

Sachsen Sumpf: CDU-Schneider nennt Pädophilen-Opfer „unglaubwürdig“
Vor dem Untersuchungsausschuss des sächsichen Landtags hat ein Pädophilen-Opfer ausgesagt, das es sich bei zahlreichen Kunden des Kinderbordells „Jasmin“ um bekannte Leipziger Persöhnlichkeiten gehandelt habe.
http://direkteaktion.over-blog.de/article-30800629.html

Siehe auch:

England: Amateure am Werk

Springer hetzt jetzt auch gegen Piraten

taz verpixelt jetzt Werbung auf Sportfotos

Hartz.Streichung: 2 Tote

 

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Lasst auch die Kinder wählen !

Wahlen auch für JugendlicheAb welchem Alter soll man wählen dürfen? Immer mehr Menschen denken, dass die Festlegung des Wahlalters auf 18 Jahre willkürlich ist. In Bremen darf zur Bürgerschaftswahl ab 16 Jahren gewählt werden, ebenso bei bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) in Berlin.

In Artikel 20 des Grundgesetzes heißt es: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Kinder und Jugendliche vom demokratischen Entscheidungsprozess auszuschließen, halten daher einige Menschen nicht nur für ungerecht, sondern sogar für verfassungswidrig. Allerdings wird der Artikel 20 in Artikel 38 eingeschränkt, in dem festgeschrieben ist, dass man erst ab 18 wählen darf. Dieser kann jedoch jederzeit mit einer Zweidrittelmehrheit im Bundestag und mit der Zustimmung des Bundesrates geändert werden.

Das beliebteste Argument gegen ein Wahlrecht für Kinder & Jugendliche ist, dass diese noch nicht die Urteilsfähigkeit und das Wissen hätten, um wie Erwachsene wählen zu könnten. Doch wie erreichen Jugendliche plötzlich mit 18 Jahren Urteilsfähigkeit und Wissen? Gott gegeben? Es fällt quasi vom Himmel?

Wir erlauben Jugendlichen bereits früher, einer Arbeit nachzugehen, bei E-Bay Geschäfte zu tätigen, sich in der Handhabung militärischer Waffen ausbilden zu lassen, sogar ein Motorrad und zum Teil sogar ein Auto zu fahren. Biologisch können sie mit 14 Jahren bereits Kinder zeugen – und nicht wenige tun das (auch wenn viele Erwachsene es gut fänden, wenn man das verbieten könnte).

Das sind alles Dinge, bei denen man viel mehr Schaden anrichten kann, als mit einer Stimmabgabe alle 4 Jahre. Wir übertragen ihnen also zum Teil schon sehr große Verantwortung im realen Leben, erklären sie aber politisch für komplett unmündig.

Dagegen kann man bei vielen Menschen über 18 durchaus anzweifeln, ob sie über die Urteilsfähigkeit und das Wissen verfügen, um an der politischen Willensbildung teilnehmen zu können. Viele Wahlergebnisse sind gar nicht anders zu erklären. Auch die Tatsache, dass in manchen Wahlkreisen auch ein Sack Reis gewählt wird, wenn er nur das richtige Parteibuch hat, war sicher nicht im Sinne der Väter des Grundgesetzes.

Urteilsfähigkeit und Wissen hängt also nicht vom Alter ab. Im Gegenteil: Viele Jugendliche kennen sich sogar besser mit Politik aus, als ihre Eltern. Weil sie die Zeit haben und das Interesse dafür aufbringen. Später wird das schwieriger – wenn Beruf und Familie die Zeit auffressen. Und wenn es an die wirklich „wichtigen“ Themen geht: Das Zusammenspiel von globalen Märkten, Inflation, Arbeitslosigkeit, Börsenkursen und Wöhrungsschwankungen verstehen oft ja nicht mal die Berufspolitiker. Aber: Ist das ein Grund, nur noch Volkswirte wählen zu lassen?

Das Jugendliche und Kinder durchaus politisch denken und handeln habe ich hier ja schon an Beispielen aufgezeigt:

Analyse der U18 Wahlen

Peto statt Veto: Wie Jugendliche eine Stadt übernehmen

Natürlich stehen für Kinder und Jugendliche andere Themen im Mittelpunkt als für 40-jährige Berufspolitiker. Dass für letztere z.B. Tierschutz keine Rolle spielt, ist klar. Solche Unterschiede gibt es aber auch zwischen 20- und 80-Jährigen. Für letztere ist zum Beispiel die Staatsverschuldung als Thema weniger wichtig. Ist das ein Grund, die 80-jährigen nicht wählen zu lassen? Oder die 20-jährigen?

Es widerspräche auch dem Geist der Demokratie, Urteilsfähigkeit und Wissen zum Kriterium zu machen. Auch Dumme haben Interessen und Rechte und müssen zumindest die Gelegenheit bekommen, dieses durchzusetzen. Ob sie das dann auch nutzen, ist ihre Sache.

Deshalb bin ich ein entschiedener Vertreter eines Kinder- und Jugendwahlrechts. Und zwar ab dem Zeitpunkt, wenn diese sich grundlegende Informationen selbst aneignen können. Das ist mit Abschluss der Grundschule durch die grundlegende Beherrschung der Techniken „Lesen“ und „Schreiben“ erreicht. Ob sie das dann (sinnvoll) nutzen, ist ihre Angelegenheit. Soviel Freiheit muss sein.

Lasst die Kinder einfach wählen! Und damit gut. Die Welt wird deshalb nicht untergehen – und sie wird davon auch nicht gerettet. Aber sie wird ein Stück fairer. Und vielleicht ein bisschen freundlicher.

 

Ein paar Links zum Thema:

Frauenwahlrecht – Kinderwahlrecht? Ein schlechter Vergleich von Antje Schrupp

Wahlrecht ab Null – von der ARD

Kinder an die Wahlurnen – Sollten Kinder wählen dürfen?

 

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Meine besten Artikel 2010

Hier eine Zusammenstellung meiner 2010er-Artikel, die ich selbst am gelungensten finde (wow! Bin ich gut!). Die Reihenfolge soll keine Wertung sein.

Vielleicht lasst ihr mich wissen, welche ihr am nützlichsten / besten findet, dann kann ich in 2011 mehr davon produzieren:

Die Atom-Kriegserklärung

Grüne & die CDU

Wie kann ich aus der Ferne den Anti-Atom-Protest unterstützen?
Warum wir keine Arbeiterpartei haben, aber dringend eine brauchen

Flattr finanziert die Nazis

Kinder-Sklaven im Hilton?

Yes, its Fremdenfeindlichkeit

Gute Piraten, böse Piraten?

RWE sucht dringend Top-Aufsichtsrat & Vorstand

Was Piraten von den Grünen lernen können

Lehren aus dem Castor-Transport

Sex und die Frau des Kriegsministers

Augenzeugenbericht von Regisseur Volker Lösch zur Polizeigewalt in Stuttgart

Geithain – Nazi-Stadt!

No Copyright: Explosion des Wissens

Neue Amnesty Kampagne: Verantwortung bei der Polizei

Die Jugendwahl – ein politisches Orakel?

LoveParade in Duisburg: Verantwortung!
Meinungsfreiheit?

A donde vais, piratas?

MwSt: Hundefutter, Trüffel & Hotel 7%, aber Babynahrung 19%

Deutsche Multi-Kulti-Nationalmannschaft

Mit Lena & Raab gegen die Bild

8. Mai: Feiern wir den Sieg über das Böse!

Polizeigewalt 2

Deutsche Waffen, deutsches Geld…

Piraten, Sexisten & Trolle

Collateral Murder

Nutella Boykott – eine Zwischenbetrachtung

Sei wachsam!

Das Wettrudern (oder: warum deutsche gegen japanische Schüler verloren)

Politically Incorrect 3 – was wir tun wollen

Warum Raubkopierer von DVDs besser dran sind als Käufer

Der clevere Trick: Westerwelles Polemiken

Kritische Anmerkungen zum 13.2.

Wer Integration für wichtig hält, …

Schneechaos?

Die Jagd auf Staatsfeind Nr. 1

Was die Grünen von den Piraten lernen können

SPD gegen Die Linke

Erst wenn das letzte Bit überwacht…

Ich hab noch einen Koffer auf der Bahn

Nutzt vorläufig erst mal die Kommentarfunktion unten. Ich probiere, ob ich noch ein Abstimmungstool nutzen kann.

VCD Städtecheck Verkehrssicherheit

VCD VerkehrscheckJedes Jahr nimmt die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen ab. Eine Erfolgsmeldung, die zwei wichtige Sachen ausblendet: Erstens verunglücken täglich immer noch viele Menschen auf unseren Straßen: 2009 durchschnittlich 1100 pro Tag. Zweitens sieht es in den Städten und Kommunen oft anders aus. Es gibt vor Ort kein einheitliches Bild.

Wie es in Ihrer Heimatstadt, in der Stadt, in der Sie arbeiten oder Freunde besuchen, aussieht, das sagt Ihnen der »VCD Städtecheck Verkehrssicherheit«

Schulnoten? Abschaffen!

Thema Zeugnisse. Viele Eltern beklagen, dass schon in der Grundschule der Notendruck steigt. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) möchte das Zwischenzeugnis abschaffen und plädiert stattdessen für regelmäßige „Vertrauensgespräche zwischen Lehrern und Eltern“.

Waltraud Lucic, Vorsitzende des Münchner Bezirksverbandes, geht noch weit darüber hinaus. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung bezeichnet sie den Leistungsdruck als „verrückt“ und wirft dem Notensystem vor, die Lehrer zu „Aussortierern“ zu machen, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Ja. Richtig. Noten sind eindimensional, subjektiv und (meist) ungerecht. Sie sind der primitive Versuch, die komplexen Vorgänge des Denkens, Lernens, Sozialverhaltens und der Persönlichkeitsentwicklung auf ein [meist: diskretes] Nummernspektrum zwischen 1 und 6 abzubilden. Keine halbwegs intelligente Person könnte das bei objektiver Analyse für angemessen halten. Trotzdem hängt fast das ganze Leben davon ab.

„Die Ziffernnoten, die an deutschen Schulen verteilt werden, sagen rein gar nichts aus über den Leistungsstand und Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler“, sagte Sven Lehmann, Landesvorstandssprecher der Grünen Jugend, bei der zentralen Veranstaltung am Düsseldorfer Rheinufer. Statt der blanken Noten von eins bis sechs müssten alternative Formen der Leistungsbewertung eingeführt werden, wie zum Beispiel Lerntagebücher und individuelle Förderempfehlungen, so wie sie in Skandinavien bereits existieren.

Auch in Hamburg wird umgedacht: Dort dürfen die Lehrer mit Worten statt mit Zahlen urteilen, das neue Schulgesetz macht’s möglich. Die Bewertung ohne Noten soll dort auf einem „Kompetenzraster“ basieren, das beurteilt, was der/die SchülerIn in der Schule macht. Was sie schreibt und sagt, ob er wach ist oder nicht – und so weiter.

Für das Fach Deutsch kann dann zum Beispiel statt einer „Drei“ im Zeugnis stehen, wie gut jemand Diktate und Aufsätze schreiben kann, wie eigenständig er oder sie arbeitet oder ob er/sie sich alles dreimal erklären lässt.

„Das Zensurensystem schafft eine Ellbogenmentalität in den Klassenzimmern“, sagt Hamburgs Elternvorsitzende Karen Medrow-Struß SPIEGEL ONLINE. Sie findet Noten nicht pädagogisch sinnvoll, da sie den Schülern keine klare Beurteilung ihrer Leistungen geben. Außerdem würden die Noten die Schüler nicht aufs Arbeitsleben vorbereiten, sagt sie – „wir bekommen im Job ja auch keine Zensuren“.

Auch die „WELT“ läßt Notenkritiker zu Wort kommen: „Nicht Auslese, sondern Förderung muss als oberstes pädagogisches Prinzip gelten“, zitiert sie den Erziehungswissenschaftler Professor Jörg Ziegenspeck aus Lüneburg aus einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Auch wenn die Forderung jetzt wieder an Aktualität gewinnt, die JungdemokratInnen, eine parteiunabhängige Jugendorganisation fordert schon seit 1999: Noten abschaffen!